Haus-Feuerversicherung: Was Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer wissen sollten

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Haus-Feuerversicherung in der Schweiz: Was Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer wissen sollten

Ein Brand kann ein Haus innerhalb kurzer Zeit schwer beschädigen oder vollständig zerstören. Eine Haus-Feuerversicherung schützt Eigentümerinnen und Eigentümer vor den finanziellen Folgen eines solchen Ereignisses. In der Schweiz ist die Gebäudeversicherung kantonal geregelt. Deshalb unterscheiden sich Zuständigkeit, Organisation und einzelne Versicherungsbedingungen je nach Wohnkanton.

Was deckt eine Haus-Feuerversicherung?

Die Gebäudeversicherung kommt grundsätzlich für Schäden am versicherten Gebäude auf, wenn diese durch ein versichertes Ereignis entstehen. Dazu gehören typischerweise Schäden durch Feuer, Rauch, Blitzschlag oder Explosion. Je nach Police und kantonaler Regelung sind auch weitere Gefahren eingeschlossen.

Häufig umfasst die Gebäudeversicherung neben Feuerschäden auch Schäden durch sogenannte Elementarereignisse. Dazu zählen zum Beispiel Überschwemmungen, Sturm, Hagel, Lawinen oder Erdrutsche. Welche Ereignisse genau versichert sind und welche Selbstbehalte gelten, hängt von der zuständigen Versicherung und den Versicherungsbedingungen ab.

Versichert ist in der Regel das Gebäude selbst – also etwa Wände, Dach, fest eingebaute Einrichtungen und weitere Gebäudebestandteile. Bewegliche Gegenstände wie Möbel, Kleider oder elektronische Geräte gehören normalerweise nicht zur Gebäudeversicherung. Dafür ist eine separate Hausratversicherung zuständig.

Kantonale Unterschiede bei der Gebäudeversicherung

In den meisten Kantonen wird die Gebäudeversicherung von einer kantonalen Gebäudeversicherung angeboten. In einigen Kantonen sind Gebäude dagegen bei privaten Versicherungsgesellschaften zu versichern. Auch die Versicherungspflicht, die versicherten Leistungen und die Berechnung der Prämie können kantonal unterschiedlich geregelt sein.

Informieren Sie sich deshalb bei der kantonalen Gebäudeversicherung oder einer zugelassenen privaten Versicherung, welche Regeln für Ihre Liegenschaft gelten. Besonders wichtig ist die Abklärung beim Kauf eines Hauses, bei einem Umzug in einen anderen Kanton und bei grösseren Umbauten.

Gebäudeversicherung, Hausrat und Haftpflicht: die Unterschiede

  • Gebäudeversicherung: Deckt Schäden am Gebäude, etwa an Dach, Mauern oder fest installierten Bauteilen.
  • Hausratversicherung: Versichert bewegliche Gegenstände im Haushalt, zum Beispiel Möbel, Kleidung und Elektrogeräte.
  • Privathaftpflichtversicherung: Kann einspringen, wenn eine versicherte Person anderen Personen oder deren Eigentum versehentlich Schaden zufügt. Für Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer können je nach Situation zusätzliche Haftpflichtdeckungen sinnvoll oder nötig sein.

Diese Versicherungen erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Eine Gebäudeversicherung ersetzt daher nicht automatisch den Hausrat – und eine Hausratversicherung schützt nicht das Gebäude.

Wie wird die Versicherungssumme festgelegt?

Bei einem Totalschaden sollte die Versicherungssumme ausreichen, um das Gebäude in vergleichbarer Art und Qualität wiederaufzubauen. Massgebend ist deshalb in der Regel der Wiederaufbauwert und nicht einfach der aktuelle Marktwert der Liegenschaft. Der Marktwert kann zusätzlich den Wert des Grundstücks und die Lage berücksichtigen.

Nach einem Umbau oder einer umfassenden Renovation kann sich der Wiederaufbauwert verändern. Melden Sie solche Arbeiten der Versicherung und prüfen Sie, ob die erfassten Gebäudedaten noch stimmen. Eine veraltete oder zu tiefe Bewertung kann im Schadenfall zu einer Deckungslücke führen.

Prämien, Selbstbehalt und Leistungen prüfen

Die Prämie richtet sich je nach Anbieter und Kanton unter anderem nach dem Versicherungswert, der Bauweise, der Nutzung und den versicherten Risiken. Beachten Sie auch den Selbstbehalt: Das ist jener Betrag, den Sie im Schadenfall selber tragen müssen. Bei privaten Policen lohnt sich ein Vergleich der versicherten Gefahren, Ausschlüsse, Entschädigungsgrenzen und Zusatzleistungen.

Prüfen Sie regelmässig, ob Ihre Police zu Ihrer Liegenschaft passt. Achten Sie dabei insbesondere auf:

  • die korrekte Adresse und Nutzung des Gebäudes
  • den aktuellen Versicherungs- beziehungsweise Wiederaufbauwert
  • den Umfang der Feuer- und Elementarschadendeckung
  • Selbstbehalte und allfällige Ausschlüsse
  • gemeldete An- und Umbauten

Was tun nach einem Brand?

Bringen Sie sich und andere Personen zuerst in Sicherheit und alarmieren Sie bei Bedarf die Feuerwehr über die Notrufnummer 118. Betreten Sie beschädigte Räume erst wieder, wenn die zuständigen Einsatzkräfte dies erlauben. Dokumentieren Sie den Schaden, soweit dies gefahrlos möglich ist, und melden Sie ihn rasch Ihrer Versicherung. Bewahren Sie Belege für Sofortmassnahmen und beschädigte Gegenstände auf und entsorgen Sie nichts, bevor die Versicherung das weitere Vorgehen bestätigt hat.

Fazit

Eine Haus-Feuerversicherung ist für Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer ein zentraler Schutz vor hohen Wiederherstellungskosten. Welche Versicherung zuständig ist und welche Leistungen gelten, hängt in der Schweiz vom Kanton und der konkreten Police ab. Klären Sie deshalb die kantonalen Vorgaben ab, halten Sie den Gebäudewert aktuell und prüfen Sie nach Umbauten, ob der Versicherungsschutz weiterhin ausreicht.

Hinweis: Dieser Artikel bietet eine allgemeine Orientierung und ersetzt keine individuelle Beratung. Massgebend sind die gesetzlichen Bestimmungen im jeweiligen Kanton sowie die Bedingungen Ihrer Versicherung.

 

8 Tipps zur Haus-Feuerversicherung in der Schweiz: Worauf du achten solltest

  1. Prüfe, ob die Gebäudeversicherung in deinem Kanton obligatorisch ist.
  2. Vergleiche kantonale Gebäudeversicherung und private Anbieter.
  3. Kontrolliere, ob der Gebäude-Neuwert korrekt versichert ist.
  4. Melde Umbauten und Wertsteigerungen zeitnah.
  5. Prüfe, ob Rauch-, Blitz- und Explosionsschäden gedeckt sind.
  6. Achte auf Ausschlüsse und Selbstbehalte.
  7. Bewahre Kaufbelege und Fotos wichtiger Gegenstände auf.
  8. Halte Rauchmelder und Feuerlöscher einsatzbereit.

Prüfe, ob die Gebäudeversicherung in deinem Kanton obligatorisch ist.

Prüfe, ob eine Gebäudeversicherung in deinem Kanton obligatorisch ist: In den meisten Kantonen besteht eine Versicherungspflicht, oft über die kantonale Gebäudeversicherung. In einigen Kantonen kannst du dein Haus bei einer privaten Versicherung versichern. Informiere dich bei der zuständigen Stelle über die geltenden Vorschriften und darüber, welche Schäden gedeckt sind.

Vergleiche kantonale Gebäudeversicherung und private Anbieter.

Vergleichen Sie die kantonale Gebäudeversicherung mit privaten Anbietern, um herauszufinden, welcher Schutz zu Ihrer Liegenschaft passt. Je nach Kanton gelten unterschiedliche Regeln: In manchen Kantonen ist die Versicherung über die kantonale Gebäudeversicherung obligatorisch, andernorts können Sie einen privaten Anbieter wählen. Achten Sie beim Vergleich nicht nur auf die Prämie, sondern auch auf versicherte Gefahren, Selbstbehalte, Ausschlüsse und Zusatzleistungen. Prüfen Sie zudem, ob der Versicherungswert Ihres Hauses aktuell ist.

Kontrolliere, ob der Gebäude-Neuwert korrekt versichert ist.

Kontrolliere regelmässig, ob der Gebäude-Neuwert in deiner Haus-Feuerversicherung korrekt festgelegt ist. Er sollte den Kosten entsprechen, die für einen Wiederaufbau in vergleichbarer Bauweise und Qualität anfallen würden – nicht einfach dem aktuellen Marktwert der Liegenschaft. Nach einem Umbau oder einer Renovation kann sich der Neuwert verändern. Melde solche Arbeiten deiner Versicherung, damit du im Schadenfall nicht mit einer Deckungslücke rechnen musst.

Melde Umbauten und Wertsteigerungen zeitnah.

Melde Umbauten und Wertsteigerungen deiner Versicherung zeitnah. Ein Anbau, eine neue Küche oder eine umfassende Renovation kann den Wiederaufbauwert deines Hauses erhöhen. Ist die Versicherungssumme nicht mehr aktuell, droht im Schadenfall eine Deckungslücke. Informiere dich deshalb nach grösseren Arbeiten, ob der Versicherungswert angepasst werden muss.

Prüfe, ob Rauch-, Blitz- und Explosionsschäden gedeckt sind.

Prüfe in deiner Police, ob neben Schäden durch offenes Feuer auch Rauch-, Blitz- und Explosionsschäden gedeckt sind. Die Leistungen und allfälligen Ausschlüsse können je nach Kanton und Versicherer unterschiedlich sein. Bei Unklarheiten lohnt es sich, direkt bei der Gebäudeversicherung nachzufragen.

Achte auf Ausschlüsse und Selbstbehalte.

Achte bei der Haus-Feuerversicherung besonders auf Ausschlüsse und Selbstbehalte. Ausschlüsse legen fest, für welche Schäden die Versicherung nicht aufkommt; der Selbstbehalt ist der Betrag, den du im Schadenfall selber bezahlen musst. Prüfe die Versicherungsbedingungen sorgfältig und kläre bei Unklarheiten direkt mit der Versicherung, ob dein Haus ausreichend geschützt ist.

Bewahre Kaufbelege und Fotos wichtiger Gegenstände auf.

Bewahren Sie Kaufbelege und Fotos von wertvollen oder wichtigen Gegenständen gut auf – am besten digital und an einem sicheren Ort ausserhalb des Hauses. So können Sie nach einem Brand einfacher nachweisen, was beschädigt oder zerstört wurde, und den Wert des Hausrats gegenüber der Versicherung belegen.

Halte Rauchmelder und Feuerlöscher einsatzbereit.

Halte Rauchmelder und Feuerlöscher jederzeit einsatzbereit: Prüfe regelmässig die Batterien und Funktion der Rauchmelder und achte darauf, dass Feuerlöscher gut zugänglich, korrekt gewartet und nicht abgelaufen sind. So kannst du einen Brand frühzeitig bemerken und im Notfall rasch reagieren.

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