Hannes Meyer: Architekt und Direktor des Bauhauses
Hannes Meyer (1889–1954) war ein Schweizer Architekt, Städteplaner und Architekturtheoretiker. Als zweiter Direktor des Bauhauses prägte er die berühmte Schule in Dessau entscheidend. Im Zentrum seiner Arbeit stand die Frage, wie Architektur den Bedürfnissen der Menschen dienen kann – und nicht bloss ästhetischen Vorstellungen.
Von Basel in die Architektur
Hannes Meyer wurde am
November 1889 in Basel geboren. Nach einer Ausbildung im Bauwesen sammelte er praktische Erfahrung in verschiedenen Architekturbüros und auf Baustellen. Diese Verbindung von technischer Planung und konkreter Baupraxis blieb ein Merkmal seines Schaffens.
Meyer interessierte sich besonders für die sozialen Aufgaben der Architektur. Für ihn sollte ein Gebäude nicht als isoliertes Kunstwerk betrachtet werden. Entscheidend waren auch seine Funktion, die Kosten, die Nutzung und die Bedürfnisse der Menschen, die darin lebten oder arbeiteten.
Architektur für den Alltag
Bekannt wurde Meyer unter anderem durch seinen Entwurf für die Petersschule in Basel, den er 1926 gemeinsam mit dem Architekten Hans Wittwer entwickelte. Das Schulhaus wurde nicht gebaut, der Entwurf gilt jedoch als wichtiges Beispiel für Meyers sachliche und sozial orientierte Architektur. Die Planung nahm den Alltag der Schülerinnen und Schüler ernst und verband räumliche Lösungen mit pädagogischen Überlegungen.
Ein bedeutendes realisiertes Werk ist die Bundesschule des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes in Bernau bei Berlin. Meyer entwarf sie zusammen mit Hans Wittwer; der Bau entstand zwischen 1928 und 19
Die Anlage ist auf ihre gemeinschaftliche Nutzung ausgerichtet und verbindet Unterrichts-, Wohn- und Freizeitbereiche. Seit 2017 gehört sie zum UNESCO-Welterbe «Das Bauhaus und seine Stätten in Weimar, Dessau und Bernau».
Direktor des Bauhauses
1928 übernahm Meyer von Walter Gropius die Leitung des Bauhauses in Dessau. Er richtete den Unterricht stärker auf Architektur und gemeinschaftliche Arbeit aus. Die Gestaltung sollte sich an praktischen Anforderungen orientieren; soziale Fragen und wirtschaftliche Bedingungen erhielten mehr Gewicht. Unter seiner Leitung arbeiteten Studierende vermehrt an Projekten, die sich mit den Bedürfnissen breiter Bevölkerungsschichten befassten.
Meyers politisches Engagement und seine gesellschaftlichen Positionen sorgten für Spannungen. 1930 wurde er als Bauhausdirektor entlassen. Die Umstände waren politisch umstritten und standen im Zusammenhang mit den konservativen Kräften, die in Dessau an Einfluss gewannen.
Arbeit in der Sowjetunion und in Mexiko
Nach seiner Entlassung ging Meyer in die Sowjetunion. Dort arbeitete er unter anderem an städtebaulichen und planerischen Aufgaben. 1939 zog er nach Mexiko, wo er sich ebenfalls mit Architektur, Städtebau und Bildungsarbeit beschäftigte. Seine Arbeit dort weitete seinen Blick auf die gesellschaftlichen und politischen Zusammenhänge von Planung aus.
1949 kehrte Meyer in die Schweiz zurück. Er starb am
Juli 1954 in Lugano.
Das Vermächtnis von Hannes Meyer
Hannes Meyer steht für eine Architektur, die Funktion und soziale Verantwortung zusammendenkt. Seine Projekte und Texte stellten Fragen, die bis heute aktuell sind: Für wen wird gebaut? Welche Bedürfnisse soll ein Gebäude erfüllen? Und wie lassen sich Ressourcen sinnvoll einsetzen?
Sein Einfluss reicht über einzelne Bauwerke hinaus. Meyer trug dazu bei, Architektur als gemeinschaftliche und gesellschaftlich relevante Aufgabe zu verstehen. Damit gehört er zu den prägenden Persönlichkeiten des modernen Bauens und zur Schweizer Architekturgeschichte des
Jahrhunderts.
6 Tipps über Hannes Meyer, den Schweizer Architekten und Bauhaus-Leiter
- Hannes Meyer wurde 1889 in Basel geboren.
- Er leitete das Bauhaus von 1928 bis 1930.
- Sein Motto lautete
- Er stellte soziale Bedürfnisse ins Zentrum der Architektur.
- Zusammen mit Hans Wittwer entwarf er die ADGB-Bundesschule in Bernau.
- Die Bundesschule gehört heute zum UNESCO-Welterbe Bauhaus.
Hannes Meyer wurde 1889 in Basel geboren.
Hannes Meyer wurde 1889 in Basel geboren. Die Stadt und ihre lebendige Baukultur bildeten den Ausgangspunkt für den Werdegang des späteren Architekten, Städteplaners und Bauhausdirektors. Im Laufe seiner Karriere setzte er sich für eine Architektur ein, die sich an den Bedürfnissen der Menschen und den Anforderungen des Alltags orientiert.
Er leitete das Bauhaus von 1928 bis 1930.
Hannes Meyer leitete das Bauhaus von 1928 bis 1930. Als Direktor rückte er die Architektur stärker ins Zentrum der Ausbildung und setzte auf gemeinschaftliche Arbeit sowie auf Lösungen, die sich an den Bedürfnissen der Bevölkerung orientierten. Seine Amtszeit prägte das Bauhaus nachhaltig, endete jedoch mit seiner Entlassung im Jahr 1930.
Sein Motto lautete
Sein Motto lautete «Volksbedarf statt Luxusbedarf». Hannes Meyer brachte damit seine Überzeugung auf den Punkt, dass Architektur in erster Linie den Bedürfnissen der Bevölkerung dienen und nicht bloss repräsentativen oder luxuriösen Ansprüchen gerecht werden sollte. Für ihn mussten Gestaltung, Funktion und Kosten zusammen gedacht werden – mit dem Ziel, Räume zu schaffen, die praktisch, erschwinglich und für viele Menschen nützlich sind.
Er stellte soziale Bedürfnisse ins Zentrum der Architektur.
Hannes Meyer stellte die sozialen Bedürfnisse ins Zentrum der Architektur. Für ihn sollte ein Gebäude nicht bloss gut aussehen, sondern den Alltag der Menschen verbessern und ihren konkreten Anforderungen entsprechen. Funktion, Kosten und gemeinschaftliche Nutzung waren deshalb wichtige Bestandteile seiner Entwürfe. Mit diesem Ansatz verstand Meyer Architektur als gesellschaftliche Aufgabe: Sie sollte möglichst vielen Menschen zugutekommen.
Zusammen mit Hans Wittwer entwarf er die ADGB-Bundesschule in Bernau.
Zusammen mit dem Architekten Hans Wittwer entwarf Hannes Meyer die Bundesschule des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes (ADGB) in Bernau bei Berlin. Der zwischen 1928 und 1930 errichtete Gebäudekomplex vereinte Unterrichts-, Wohn- und Gemeinschaftsräume und richtete sich konsequent nach den Bedürfnissen seiner Nutzerinnen und Nutzer. Das Bauwerk gilt als bedeutendes Beispiel für Meyers funktionale und sozial orientierte Architektur und gehört seit 2017 zum UNESCO-Welterbe «Das Bauhaus und seine Stätten in Weimar, Dessau und Bernau».
Die Bundesschule gehört heute zum UNESCO-Welterbe Bauhaus.
Die Bundesschule des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes in Bernau gehört seit 2017 zum UNESCO-Welterbe «Das Bauhaus und seine Stätten in Weimar, Dessau und Bernau». Der von Hannes Meyer und Hans Wittwer entworfene Bau zeigt, wie moderne Architektur mit den praktischen Bedürfnissen ihrer Nutzerinnen und Nutzer verbunden werden kann.
