Haus 2226 von Baumschlager Eberle: Bauen ohne klassische Heizung
Das Haus 2226 in Lustenau, Vorarlberg, ist ein Bürogebäude mit einem ungewöhnlichen Anspruch: Im Innern soll ganzjährig eine angenehme Temperatur zwischen 22 und 26 Grad Celsius herrschen – ohne herkömmliche Heizung, Kühlung oder mechanische Lüftung. Entworfen wurde das Gebäude vom Architekturbüro Baumschlager Eberle und 2013 fertiggestellt. Sein Name verweist auf den angestrebten Temperaturbereich.
Ein Gebäude als Klimasystem
Das Konzept setzt nicht auf eine komplexe Haustechnik, sondern auf das Zusammenspiel von Architektur, Baumasse und Nutzung. Die massiven Aussenwände speichern Wärme und geben sie zeitverzögert wieder ab. So tragen sie dazu bei, Temperaturschwankungen auszugleichen. Auch die Gebäudeform, die Fenster und der Wärmeeintrag durch Sonneneinstrahlung sind Teil des Klimakonzepts.
Wärme entsteht zudem im Innern – etwa durch Menschen, Beleuchtung und Bürogeräte. Sensoren erfassen unter anderem Temperatur und Luftqualität. Ein Steuerungssystem kann Fenster automatisch öffnen oder schliessen, um frische Luft hereinzulassen und die Raumtemperatur zu beeinflussen. Die Architektur übernimmt damit einen Teil der Aufgaben, die in vielen Gebäuden technische Anlagen erledigen.
Weniger Technik, mehr Planung
Der Verzicht auf klassische Heizungs-, Kühlungs- und Lüftungsanlagen bedeutet nicht, dass das Haus ohne technische Unterstützung auskommt. Die automatisierte Fenstersteuerung und das Monitoring sind zentrale Bestandteile des Betriebs. Entscheidend ist ausserdem, dass die Nutzung des Gebäudes zum Konzept passt: Belegung, interne Wärmequellen und Lüftungsverhalten beeinflussen das Raumklima.
Das Haus 2226 zeigt, wie sich bereits in der Planung Einfluss auf den Energiebedarf nehmen lässt. Statt Komfort ausschliesslich über technische Anlagen herzustellen, wird das Gebäude selbst als Teil der Lösung verstanden. Das kann den Energieverbrauch und den Aufwand für komplexe Gebäudetechnik reduzieren – vorausgesetzt, Entwurf, Betrieb und Nutzung greifen sorgfältig ineinander.
Ein Modell mit Grenzen
Das Konzept ist kein fertiges Rezept, das sich unverändert auf jedes Bauprojekt übertragen lässt. Klima, Orientierung, Bauweise und Nutzungsart spielen eine grosse Rolle. Ein Bürogebäude mit regelmässigen Arbeitszeiten stellt andere Anforderungen als ein Wohnhaus, ein Schulgebäude oder ein Gebäude in einem deutlich kälteren oder wärmeren Klima. Auch die gewünschte Temperatur lässt sich nicht in jeder Situation allein mit passiven Massnahmen gewährleisten.
Gerade darin liegt der Wert des Projekts: Haus 2226 regt dazu an, den üblichen Einsatz von Gebäudetechnik zu hinterfragen und den Entwurf stärker an Klima und Nutzung auszurichten. Es steht für einen Ansatz, bei dem Komfort nicht nur durch Maschinen entsteht, sondern durch das sorgfältige Zusammenspiel von Materialien, Masse, Sonneneinstrahlung, Lüftung und Betrieb.
Fazit
Mit dem Haus 2226 haben Baumschlager Eberle ein Bürogebäude geschaffen, das die Grenzen konventioneller Gebäudetechnik auslotet. Die Idee, ein angenehmes Raumklima mit möglichst wenig klassischer Heiz- und Kühltechnik zu erreichen, macht das Projekt zu einem wichtigen Beitrag zur Diskussion über energieeffizientes Bauen. Seine zentrale Erkenntnis: Gute Architektur kann technische Systeme nicht immer ersetzen – sie kann aber dafür sorgen, dass deutlich weniger davon nötig sind.
Häufig gestellte Fragen zum Haus 2226 von Baumschlager Eberle: Ein innovatives Gebäudekonzept in der Schweiz
- Was ist das Haus 2226 von Baumschlager Eberle?
- Wo steht das Haus 2226 und wann wurde es gebaut?
- Warum heisst das Gebäude Haus 2226?
- Wie funktioniert das Raumklima ohne herkömmliche Heizung und Kühlung?
- Welche Rolle spielen die massiven Wände und die automatische Fenstersteuerung?
- Lässt sich das Konzept von Haus 2226 auf andere Gebäude übertragen?
Was ist das Haus 2226 von Baumschlager Eberle?
Das Haus 2226 von Baumschlager Eberle ist ein Bürogebäude in Lustenau, Vorarlberg, das 2013 fertiggestellt wurde. Sein Name verweist auf den angestrebten Temperaturbereich von 22 bis 26 Grad Celsius. Dank massiver Wände, sorgfältiger Planung und automatisch gesteuerter Fenster soll das Gebäude ein angenehmes Raumklima schaffen – ohne herkömmliche Heizung, Kühlung oder mechanische Lüftung.
Wo steht das Haus 2226 und wann wurde es gebaut?
Das Haus 2226 steht in Lustenau im österreichischen Bundesland Vorarlberg. Das von Baumschlager Eberle entworfene Bürogebäude wurde 2013 fertiggestellt.
Warum heisst das Gebäude Haus 2226?
Der Name Haus 2226 bezieht sich auf den Temperaturbereich, der im Gebäude angestrebt wird: Die Raumtemperatur soll möglichst ganzjährig zwischen 22 und 26 Grad Celsius liegen – ohne herkömmliche Heizung oder Kühlung. Das Konzept von Baumschlager Eberle nutzt dafür unter anderem die massive Bauweise, interne Wärmequellen und eine automatisierte Fensterlüftung.
Wie funktioniert das Raumklima ohne herkömmliche Heizung und Kühlung?
Das Haus 2226 hält sein Raumklima vor allem durch die massive Bauweise und das Zusammenspiel von Architektur und Nutzung stabil: Die Wände speichern Wärme und geben sie zeitversetzt wieder ab, während Sonneneinstrahlung sowie Wärme von Personen und Geräten zum Heizen beitragen. Sensoren überwachen Temperatur und Luftqualität; bei Bedarf werden Fenster automatisch geöffnet oder geschlossen, um zu lüften und die Temperatur zu regulieren. So kommt das Gebäude ohne herkömmliche Heizungs- und Kühlanlagen aus. Das Konzept ist auf einen Innenbereich von ungefähr 22 bis 26 Grad Celsius ausgelegt und hängt auch von Wetter, Belegung und Betrieb ab.
Welche Rolle spielen die massiven Wände und die automatische Fenstersteuerung?
Die massiven Wände speichern Wärme und geben sie zeitverzögert wieder ab. So helfen sie, Temperaturschwankungen im Haus 2226 auszugleichen und ein stabiles Raumklima zu schaffen. Die automatische Fenstersteuerung ergänzt diesen Effekt: Sensoren überwachen unter anderem Temperatur und Luftqualität und öffnen oder schliessen die Fenster bedarfsgerecht. Dadurch wird natürlich gelüftet und das Raumklima reguliert – als Teil eines Gesamtkonzepts, das mit möglichst wenig herkömmlicher Heiz- und Kühltechnik auskommt.
Lässt sich das Konzept von Haus 2226 auf andere Gebäude übertragen?
Ja, die Grundprinzipien von Haus 2226 lassen sich auf andere Gebäude übertragen, jedoch nicht als unverändertes Rezept. Entscheidend sind das lokale Klima, die Ausrichtung und Bauweise des Gebäudes sowie seine Nutzung und Belegung. Gute Dämmung, ausreichend Speichermasse, sorgfältig geplante Fenster und eine passende Lüftungssteuerung können auch anderswo den Bedarf an Heizung und Kühlung senken. Ob sich dabei ganzjährig Temperaturen zwischen 22 und 26 Grad ohne klassische Heizungs- oder Kühlanlage erreichen lassen, muss für jedes Projekt separat geprüft werden.
